VOM HANDWERK ZUR UNTERNEHMERISCHEN VERANTWORTUNG
Mein beruflicher Weg verbindet praktische Erfahrung auf der Baustelle mit fundierter technischer Qualifikation und 20 Jahren Geschäftsführungs- und Unternehmerverantwortung. Vom Maurer über Hochbautechniker, Maurermeister, Kalkulator und Bauleiter führte mein Weg in die Geschäftsführung und Unternehmenssteuerung – heute verbinde ich diese Erfahrung im Interim Management und Senior Baumanagement.
Maurer → Hochbautechniker → Maurermeister → Bauleiter & Kalkulator → Geschäftsführer & Unternehmer → Senior Baumanager
🧱 1984–1991 | Vom Maurerlehrling zum Handwerker
Mein beruflicher Weg begann 1984 mit einer Ausbildung zum Maurer.
Bereits vom ersten Tag meiner Ausbildung an war mir klar: Das ist mein Traumberuf. Mich begeisterte nicht nur das handwerkliche Arbeiten, sondern vor allem die Tatsache, am Ende eines Arbeitstages unmittelbar sehen zu können, was mit den eigenen Händen entstanden war.
Die Ausbildung vermittelte mir weit mehr als das eigentliche Maurerhandwerk. Ich lernte, Verantwortung zu übernehmen, zuverlässig zu arbeiten und Teil eines Teams zu sein. Besonders prägend waren für mich erfahrene Kollegen, die ihr Wissen weitergaben und jungen Menschen eine Chance gaben.
Nach meiner Ausbildung arbeitete ich mehrere Jahre als Maurer. In dieser Zeit sammelte ich praktische Erfahrung auf unterschiedlichen Baustellen und lernte den Bau von der handwerklichen Basis aus kennen.
Gleichzeitig entstand bei mir früh der Wunsch, mich fachlich weiterzuentwickeln. Ich wollte verstehen, wie Bauprojekte geplant, kalkuliert und organisiert werden – und nicht ausschließlich deren Ausführung kennenlernen.
Diese Jahre auf der Baustelle wurden zum Fundament meines weiteren beruflichen Weges.
📐 1991–1993 | Vom Handwerker zum staatlich geprüften Hochbautechniker – Bachelor Professional in Technik
Nach einigen Jahren intensiver Berufspraxis entschied ich mich 1991 für den nächsten großen Schritt: die Weiterbildung zum staatlich geprüften Hochbautechniker – Bachelor Professional in Technik, die ich 1993 erfolgreich abschloss.
Der Wechsel hätte für mich kaum größer sein können. Aus einem Handwerker, der bis dahin praktisch sein gesamtes Berufsleben auf Baustellen und an der frischen Luft verbracht hatte, wurde plötzlich wieder ein Schüler. Statt Mörtel, Beton und Werkzeug bestimmten nun Unterricht, technische Zeichnungen, Berechnungen und Theorie meinen Alltag.
Die Umstellung fiel mir am Anfang nicht leicht. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die ersten Monate: Gegen 11 Uhr kam regelmäßig das Gefühl auf, jetzt sei eigentlich Zeit für eine „Schluck“ und ein Bier – eine Gewohnheit aus meiner damaligen Arbeit auf Baustellen im ländlichen Raum. Natürlich nur alkoholfrei – zumindest in meiner heutigen Erinnerung. 🙂
Der Spaß beiseite: Die zwei Jahre waren intensiv und teilweise auch schwer. Ich musste lernen, mich vom gewohnten Baustellenalltag zu lösen und mich über viele Stunden auf theoretische und technische Aufgaben zu konzentrieren.
Dabei hatte ich ein klares Ziel: Mein handwerkliches Wissen nicht ersetzen, sondern darauf aufbauen. Ich wollte nicht nur wissen, wie etwas gebaut wird, sondern auch verstehen, warum es so geplant wird, wie es berechnet wird und wie ein Bauvorhaben technisch vorbereitet und organisiert werden muss.
Die Verbindung aus praktischer Erfahrung und technischem Wissen wurde zu einem wichtigen Fundament meines weiteren beruflichen Weges.
1993 schloss ich die Weiterbildung erfolgreich ab. Doch mein persönlicher Weg war noch nicht beendet:
Das nächste Ziel stand bereits fest – der Maurermeister.
🏆 1993–1994 | Vom Bachelor Professional in Technik zum Bachelor Professional im Maurerhandwerk
Nach dem erfolgreichen Abschluss als Bachelor Professional in Technik ging es für mich praktisch unmittelbar weiter. Von 1993 bis 1994 besuchte ich die Meisterschule mit einem klaren Ziel: die Meisterprüfung im Maurerhandwerk.
Rückblickend war dies eine der schwierigsten Zeiten meines bisherigen Lebens. Bereits zwei Jahre Weiterbildung lagen hinter mir – zwei Jahre, in denen regelmäßige Einkünfte praktisch vollständig weggefallen waren.
Und ich war nicht allein. Zu Hause warteten meine Frau und unser Kind, für die ich Verantwortung trug. Gleichzeitig kamen die Kosten der Meisterschule hinzu. Anfang der 1990er-Jahre war es zudem keineswegs selbstverständlich, kurzfristig einen Platz an einer Meisterschule zu bekommen.
Nach Jahren körperlicher Arbeit auf der Baustelle folgten damit mehrere Jahre des Lernens und erheblicher finanzieller Einschränkungen. Eine junge Familie, kaum Einkommen und gleichzeitig die Kosten der Weiterbildung – das war eine gewaltige Herausforderung.
Aber mein Ziel stand fest. Ich wollte mich fachlich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und irgendwann mein eigenes Bauunternehmen führen.
1994 war es geschafft: Ich bestand die Meisterprüfung im Maurerhandwerk und erreichte damit den Bachelor Professional im Maurerhandwerk.
Zehn Jahre zuvor, 1984, hatte alles mit meinem ersten Tag als Maurerlehrling begonnen. Nun verfügte ich mit dem Bachelor Professional in Technik und dem Bachelor Professional im Maurerhandwerk über zwei anspruchsvolle berufliche Qualifikationen.
📚 Sechs Jahre Aus- und Weiterbildung
Sechs Jahre Aus- und Weiterbildung bildeten das fachliche Fundament für meinen weiteren beruflichen Weg:
drei Jahre Ausbildung zum Maurer,
zwei Jahre Weiterbildung zum staatlich geprüften Hochbautechniker – Bachelor Professional in Technik – und ein weiteres Jahr Meisterschule mit dem Abschluss Bachelor Professional im Maurerhandwerk.
Rein zeitlich entspricht dieser Ausbildungs- und Weiterbildungsweg zwölf Semestern. Dabei handelt es sich selbstverständlich nicht um zwölf Semester eines Hochschulstudiums, sondern um einen beruflichen Bildungsweg, der drei Dinge miteinander verbunden hat:
praktische Erfahrung, technisches Wissen und handwerkliche Meisterqualifikation.
Mein erstes großes Ziel war erreicht.
Doch der eigentliche Traum, der mich seit meiner Jugend begleitet hatte, lag noch vor mir:
Ich wollte selbstständiger Bauunternehmer werden!
2003 | Der Traum vom eigenen Bauunternehmen wird Wirklichkeit
🏢 2003–2022 | Mein eigenes Bauunternehmen
2003 war es schließlich so weit: Mein langjähriges Ziel, ein eigenes Bauunternehmen zu führen, wurde Wirklichkeit.
Über die Unternehmensbörse der Handwerkskammer Münster übernahm ich ein bestehendes Bauunternehmen. Nach all den Jahren der Ausbildung, Weiterbildung und Berufserfahrung hatte ich damit endlich die Möglichkeit, meinen Traum zu verwirklichen und als selbstständiger Bauunternehmer tätig zu werden.
Die Voraussetzungen waren zunächst gut. Das Unternehmen verfügte über eine solide Ausstattung und ich konnte auf motivierte und engagierte Mitarbeiter bauen. Eine Herausforderung war jedoch der Standort: Bauhof und Büro lagen etwa 50 bis 70 Kilometer von einem großen Teil unserer Auftraggeber und Baustellen entfernt. Das bedeutete zusätzliche Fahrzeiten, Kosten und organisatorischen Aufwand.
Mit der Selbstständigkeit veränderte sich meine Verantwortung grundlegend. Ich war nicht mehr nur Fachmann auf der Baustelle, sondern trug technische, kaufmännische und unternehmerische Gesamtverantwortung – für Projekte, Mitarbeiter, Auftraggeber und die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.
Eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Jahre war für mich: Eine erbrachte Leistung bedeutet noch lange keinen Zahlungseingang. Verzögerte Zahlungen und Auseinandersetzungen über Forderungen konnten erhebliche Auswirkungen auf Liquidität und Unternehmensführung haben. Ich lernte, Forderungen konsequent zu verfolgen, zu verhandeln und zugleich tragfähige Lösungen mit Auftraggebern zu finden.
Gleichzeitig wollte ich eines nie verlieren: den direkten Kontakt zu Baustellen, Mitarbeitern und Kunden. Baustellen besuchen, Probleme lösen, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen – das blieb für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit.
Von 2003 bis 2022 war ich fast zwei Jahrzehnte als selbstständiger Bauunternehmer tätig. In dieser Zeit sammelte ich Erfahrungen, die keine Ausbildung und kein Lehrbuch vermitteln können: Mitarbeiter führen, wirtschaftliche Risiken einschätzen, schwierige Entscheidungen treffen und auch in anspruchsvollen Situationen Verantwortung übernehmen.
2022 traf ich schließlich die Entscheidung, dieses Kapitel meines Berufslebens zu beenden. Damit endete meine Zeit als selbstständiger Bauunternehmer – nicht aber meine berufliche Laufbahn im Bauwesen.